Sie möchten einen Server oder eine Workstation upgraden? Lesen Sie dies zuerst!

Wenn Sie noch nie Arbeitsspeicher für einen Server oder eine Workstation gekauft oder installiert haben, sollten Sie zusätzliche Überlegungen anstellen, die über die bei normalen Desktop- und Laptop-Computern hinausgehen. Diese Faktoren sind bei Erkennungstools wie dem Crucial® System Scanner nicht ersichtlich. Daher ist es wichtig, sich ihrer bewusst zu sein und sich damit vertraut zu machen, worauf man beim Kauf von Upgrades für diese anspruchsvolleren Systemtypen achten sollte. Die häufigsten Probleme, die uns von unzureichend vorbereiteten Benutzern gemeldet wurden, sind nachfolgend aufgeführt.

ECC oder Nicht-ECC

Server und Workstation verwenden oft Speicher mit zusätzlichen Funktionen, um nach Fehlern zu suchen und Abstürze von Programmen zu verhindern und so die Stabilität in unternehmenskritischen Systemen zu verbessern. Dies wird als ECC-Speicher (Error Correction Code) bezeichnet, der es dem Arbeitsspeicher ermöglicht, die Integrität der Daten auf Fehler zu überprüfen, die durch Interferenzen verursacht werden, und Einzelbitfehler bei der Datenverarbeitung zu beheben. Nicht-ECC-Speicher sind in der Regel recht stabil, aber für zusätzliche Sicherheit in Systemen, die keine Ausfallzeit haben dürfen, wird ECC-Speicher oft bevorzugt. Die von unseren Anwendern gemeldeten Probleme entstehen in der Regel durch das Mischen von ECC- und Nicht-ECC-Speicher, z. B. wenn ein vorkonfiguriertes System mit Nicht-ECC-Speicher als Wertoption ausgeliefert wird und später zusätzlich ECC-Speicher eingebaut wird. Dies kann in seltenen Fällen funktionieren, aber in den meisten Fällen kann Ihr System den Selbsttest beim Start (POST) nicht abschließen und in Ihr Betriebssystem laden. Ein weiteres mögliches Problem besteht, wenn Ihr Motherboard oder Prozessor keinen ECC-Speicher unterstützt: Dieser funktioniert vielleicht sogar, deaktiviert aber die zusätzliche Funktionalität oder weigert sich, den Systemstart durchzuführen. Der beste Weg, um Einschränkungen beim Mischen oder Verwenden von ECC-Speicher generell zu bestätigen, ist die Überprüfung Ihrer Motherboard- und Prozessorspezifikationen und/oder einer umfassenden Hardware- oder Wartungsdokumentation Ihrer vorgefertigten Konfiguration.

Register und ungepuffert

Ein Registermodul (RDIMM) verfügt im Gegensatz zu ungepuffertem Speicher (UDIMM) über ein Register auf dem Modul, das Daten für einen Taktzyklus zwischen dem Speichercontroller eines Systems und dem DRAM eines Moduls puffert. Dies reduziert die elektrische Belastung der beteiligten Komponenten und ermöglicht es einem System, gegenüber geringen Leistungsverlusten viel höhere Speichersummen zu adressieren, als dies typischerweise bei ungepuffertem Speicher der Fall ist. Nahezu jedes Registermodul verfügt auch über ECC, mit allen Vorteilen, die sich daraus ergeben. Einschränkungen hinsichtlich ECC-Speicher, CPU und Motherboard können allerdings verhindern, dass Registermodule vollständig mit Ihrem System kompatibel sind. In den meisten Fällen weigert sich das System sogar, überhaupt zu starten, wenn eine andere Komponente nicht vollständig kompatibel ist. Außerdem kann Register- und ungepufferter Speicher selbst in einer Umgebung, die mit beiden Speichertypen kompatibel ist, nicht gemischt werden.

Ranking

Speichermodule können Single-, Dual-, Quad- oder Octal-Rank sein. Obwohl sie in der Regel kein Kriterium für Standardsysteme sind, können Ranking-Beschränkungen einige Komplikationen mit sich bringen, insbesondere im Zusammenhang mit Registermodulen. Am häufigsten haben Quad- oder Octal-Rank-Teile spezifische Anforderungen dazu, wie und in welcher Menge sie in die Speicherschlitze Ihres Systems eingebaut werden können. Module mit höheren Rankings können die Anzahl der installierbaren Gesamtmodule begrenzen. Beispielsweise können dann nur vier von sechs Speicherplätzen bestückt werden, wenn Quad-Rank-Module installiert sind, und Sie sind gezwungen, bestimmte Speicherplätze in Ihrem System zu verwenden, wenn Quad-Rank- mit Single- oder Dual-Rank-Modulen gemischt werden. Höhere Rankings können sich auch auf Ihre Speicherbandbreite auswirken und Ihren Speicher zwingen, mit niedrigeren Geschwindigkeiten zu arbeiten, wenn Teile mit höheren Rankings vorhanden sind. Dieser Kompromiss kann jedoch in einigen Systemen erforderlich sein, um höhere Speicherkapazitäten zu nutzen, wenn Single- oder Dual-Rank-Module nicht in den gewünschten Kapazitäten verfügbar sind oder wenn Teile mit reduziertem Ranking und höherem Gesamtspeicher nicht mit einem System kompatibel sind. Wenn keine dieser Einschränkungen zutrifft, gibt es ansonsten keinen funktionalen Unterschied zwischen den Rankings von Teilen. Weitere Informationen zum Ranking finden Sie hier.

Lastreduzierter Speicher (LRDIMM)

LRDIMMs sind eine Weiterentwicklung des Registermoduls mit einem einzigartigen Speicherchip-Puffer, der die elektrische Belastung noch weiter verringert. Das Ergebnis ist die Reduzierung oder Beseitigung von Ranking-Bedenken, die Möglichkeit extrem hoher Gesamtsummen an Speicher, ohne dass die Leistung reduziert (oder zumindest ihre Wirkung verringert) wird. Daneben braucht man nicht mehr zu vermeiden, dass alle Steckplätze innerhalb eines kompatiblen Systems belegt sind. Wie bei UDIMMs und RDIMMs können auch LRDIMMs nicht mit den anderen Standards gemischt werden, ohne dass sich ein System weigert, ordnungsgemäß zu starten.

Physische Größe

Server- und Workstation-Speicher, insbesondere RDIMMs und LRDIMMs, sind oft physisch größer als ihre weniger anspruchsvollen Gegenstücke. Zusätzlich zum Anlöten weiterer Komponenten auf die Module werden oft Kühlkörper angebracht, um die zusätzliche Wärme auszugleichen, die durch mehr Komponenten entsteht. Selbst wenn Server-/Workstation-Boards oder die für sie verwendeten Speicher-Riser dies im Allgemeinen bei der Anordnung der Steckplätze berücksichtigen, sollten Sie insbesondere auf die Höhenanforderungen in Ihrem System achten. Systeme mit größeren CPU-Lüftern oder anderen internen Komponenten, welche die Höhe Ihres RAM-Moduls begrenzen, können den Kauf von Niedrigprofil-Modulen (VLP) erfordern, damit sie neben anderen installierten Komponenten eingesetzt werden können. Einige Anwender bevorzugen auch VLP-Teile aufgrund des niedrigeren Profils, das eine leicht verbesserte Luftführung und Gehäusekühlung ermöglicht.

BIOS-Updates

Ein potenzielles Problem auf jedem Computer ist der Betrieb eines veralteten BIOS. Server und Workstation funktionieren hingegen besonders gut, wenn sie mit dem neuesten BIOS Ihres Systems arbeiten. Da neuere Technologien in RAM-Komponenten eingeführt werden, werden BIOS-Updates immer häufiger erforderlich, um höhere Speicherkapazitäten auszuführen.

Wenn Sie sich bei einem der oben genannten Punkte nicht sicher sind, können Ihnen Ihr Motherboard- oder Systemhersteller und natürlich der Support von Crucial weiterhelfen. Hier finden Sie mehrere Kontaktmöglichkeiten für Crucial, um sicherzustellen, dass Sie die richtigen Teile für Ihre Anforderungen auswählen.

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